Festa del Redentore | Venice Travelguide 2.0

Ciao bella Venezia! Wieder einmal ging es für mich in die schöne Stadt am Wasser- Venedig. Der Anlass war dieses Mal aber kein romantischer Pärchenurlaub zu zweit, sondern der Geburtstag meiner älteren Schwester Christina. Wie ich bereits erzählt habe, bin ich ein absoluter Geburtstagsfanatiker und weil meine Geburtstage immer grandios sind, war es für mich an der Zeit mich zu revanchieren. Das ganze Wochenende war eine große Überraschung für meine Schwester, die von nichts wusste, was das ganze noch viel aufregender und unterhaltsamer für uns machte.

Freitag

Angereist sind wir dieses Mal mit dem Auto, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Das Auto haben wir in einer Garage in Tronchetto abgestellt, denn das ist eine der wenigen Parkmöglichkeiten, wo man seinen Autoschlüssel nicht abgeben muss. Die Gebühr für einen Tag beläuft sich auf 22€. Danach ging es weiter mit dem People Mover (einem Zug) und dem Vaporetto (Venedig‘s öffentliches Verkehrsmittel) zu unserem Appartement (mehr dazu später).

Nach unserer Ankunft ging es weiter in das Restaurant Osteria Ai Do Archi. Ich habe dort bereits vorab einen Tisch über Trip Advisor reserviert, da das Restaurant eine wirklich tolle Bewertung hatte und ich in verschiedensten Blogs gelesen habe, dass man an diesem Festwochenende nichts dem Zufall überlassen sollte. Das Essen war tatsächlich sehr sehr lecker, vor allem die Pasta meiner Schwester und das Tiramisu schmeckten ausgezeichnet. Der Preis war mit ca 16€ pro Pasta für venezianische Verhältnisse in Ordnung, aber leider gab es keine Tische unter freiem Himmel und die Klimaanlage war auf 16 Grad eingestellt. Alles in allem nicht perfekt, aber auch kein Flopp. Bei meinem nächsten Besuch werde ich aber definitiv keinen Tisch mehr reservieren und einfach vor Ort ein Restaurant nach unserem Geschmack aussuchen.

Danach ging es weiter in die Bar Canale, mein persönliches Highlight des Tages. Wie der Name schon vermuten lässt, liegt sie direkt am Canal Grande. Die Atmosphäre ist sehr besonders, sowie romantisch und schick zugleich und auch die Cocktails waren absolut nach unserem Geschmack. Ich habe einen Pina Colada getrunken und muss sagen, dass das der beste Cocktail war, den ich bisher trinken durfte. Das machte die 23€ gleich wieder wett, aber einen zweiten wollte ich mir dann nicht mehr leisten! 😉

Samstag

Markusturm: 
Der Samstag war mein persönliches Highlight des Wochenendes. Ganz nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ging der Tag um 8:00 los und nach der Geschenkeübergabe und offiziellen Überreichung einer „Birthday Girl“- Schärpe, sowie dem Vernaschen von leckeren Geburtstags-Muffins machten wir uns auf den Weg zum Markusturm. Bereits vorab habe ich über „Get your Gide“ ein Fast Lane Ticket gebucht. Dieses war mit 15€ jeden Cent wert, denn die Schlange vor dem Turm war trotz der frühen Uhrzeit bereits sehr lange. Die Aussicht vom Markusturm war unglaublich schön, denn man konnte die außergewöhnliche Architektur der Stadt, die verwinkelten Ecken und das große weite Meer von oben bestaunen.

Gondelfahrt: 
Wieder am Boden angekommen ging es für uns gleich direkt ins Wasser, denn natürlich darf die Gondelfahrt bei einem Besuch in Venedig nicht fehlen. Obwohl es die bereits dritte Gondelfahrt für mich war – ist es dennoch ein „Must-do“ für mich. Diese habe auch vorab online auf „Get your Gide“ gebucht, da ich aufgrund unseres straffen Zeitplans und den Menschenmassen besorgt war, dass wir keine Gondel mehr bekommen würden. Abgesehen davon, dass man viel mehr bezahlt als vor Ort, muss man seine Gondel teilen und die versprochenen 30min wurden auch nicht eingehalten. Also ein klares NEIN zu Gondelbuchungen im Internet. Wie bereits die Male zuvor würde ich bei meinem nächsten Besuch eine eigene private Gondel für einen besseren Preis checken. Die Gondelfahrt an sich war aber wie immer ein tolles Erlebnis und deshalb auch sicher nicht meine Letzte.

Nach einem aufregenden Vormittag war es dann Zeit für einen leckeren Drink neben der berühmten Rialto Brücke, wo man vor allem das rege Treiben in der Stadt beobachten konnte.

Food Tour:
Der nächste Punkt am Programm war eine Food Tour durch Venedig. Ursprünglich wollten wir  diese mit einem professionellen Guide buchen, doch leider wurden die Touren an diesem Wochenende nicht angeboten. Davon lies ich mich aber nicht abschrecken und habe somit meine eigene Food Tour erstellt. Nach langer Recherche im Internet und Dank der App „Weinbars in Venedig“ habe ich die Tour als eine Food + Sightseeing Schatzsuche gestaltet.

How to prepare your personal food tour

  • Zuerst habe ich der Tour einen coolen Namen gegeben und zwar „Christinas Birthday Treasure Hunt“ (dieser Schritt ist natürlich nicht zwingend)
  • Dann habe ich eine Stadtkarte gedruckt und die Stationen auf der Karte eingezeichnet.
  • Zusätzlich habe ich für sie auch den Weg eingezeichnet, den sie verfolgen musste, um gleichzeitig auch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei zu kommen und das Sightseeing-Programm nicht zu vernachlässigen. Die Wege musste sie aber immer alleine finden (was ihr nicht immer gelang ;)) .
  • Bei jedem Bacaro (= kleine Bars, die die typischen venezianischen Tapas, auch Cicheti genannt, servieren)  bekam sie eine Liste mit 4 Dingen, die sie probieren musste. Wenn es eine der lokalen Spezialitäten nicht gab, durfte sie von einer anderen längeren Liste alternativ wählen.
  • Das Ziel des Tages war: Alle Spezialitäten zu probieren und alle Bacaros besucht zu haben – Nur dann war die Aufgabe bestanden.


1. Osteria All’Arco: 

Diese Osteria liegt in der Nähe der Rialto Brücke und des Fisch- und Gemüsemarktes. Dort probierten wir die Crostini con Sardèle in Saór, Crostini con prosciutto di parma, formaggio cremoso e bictole und baccalà montecato (=Stockfischpüree). Alle Brötchen schmeckten köstlich, obwohl ich zuerst aufgrund der Optik ernsthafte Zweifel hatte. Die Bacari im Rialto haben in Venedig eine lange Tradition. Die Fischer lieferten die Ware mitten in der Nacht beim Markt ab und hatten aufgrund der harten Arbeit natürlich Hunger. Sie suchten also die nahegelegenen Bacari auf, um sich gegen vier Uhr morgens eine Stärkung zu holen.

2. Osteria da Carla:
Die Osteria da Carla liegt in der Nähe des Markusplatzes. Von dieser war ich persönlich sehr enttäuscht, da es dort laut diverser Berichte im Internet auch leckere Crostini zu probieren geben sollte, aber leider entsprach dies nicht der Wahrheit. Als Alternative haben wir aber eine leckere Käseplatte bekommen, die vorzüglich schmeckte.

3. Trattoria da Fiore
Dort probierten wir die Baccalà montecato (versehentlich noch einmal), Polpette und Polenta. Auch hier war ich wieder begeistert. Natürlich durften bei all den Bar-Besuchen ein Vino oder Spritz nicht fehlen. Denn so schmeckten die kleinen Köstlichkeiten doppelt so gut!

4. Cantine del Vino Già Schiavi
In diesem Bacaro gab es die größte Auswahl und war auch mein Favorit unter den Bacari. Da die vielen Crostini nicht genau beschriftet werden, weiß man zwar nie so genau, was man gerade probiert, man muss hier aber einfach ein bisschen spontan und probierfreudig sein. Geschmacklich erkannt habe ich aber definitiv die Crostini al tonno, welche ich sehr empfehlen kann.

5. Osteria Alsquero
Unser letzter Stop war die Osteria Alsquero, die direkt gegenüber von der letzten Gondelwerkstatt in Venedig liegt. Während dem Essen kann man dort einem Gondelbauer bei seiner Arbeit beobachten. Auch dort wusste ich zwar nicht mehr was genau ich probiert habe, aber es war lecker, so viel kann ich sagen.

Mein Fazit:
Wenn man neben den klassischen Sehenswürdigkeiten auch die Sitten und Bräuche der Venezianer kennen lernen möchte, sollte man einen Besuch in einem der tollen Bacaris defintiv einplanen. Da das Angebot aber oft wechselt und die Spezialitäten nicht immer namentlich gekennzeichnet werden, würde ich empfehlen mutig zu sein und etwas Neues auszuprobieren. Sollt ihr aber keine Lust haben euch eure eigene Food Tour zu erstellen, dann kann die App oder das Buch „Weinbars in Venedig“ definitiv nicht schaden – denn dort findet ihr alle Spezialitäten, Tipps und speziellen Spaziergänge.

Die Food Tour war meine Lieblingsaktivität, weil die Verbindung aus Essen und Sightseeing für mich die perfekte Kombination ist. Jede einzelne Spezialität, die wir probiert haben, war köstlich, so „eigen“ sie auch manchmal aussah. In den Bacari fand man auch hauptsächlich nur Einheimische, die sich in ihrer Mittagspause Essen holten bzw. zu späterer Stunde den Feierabend ausklingen ließen.

Feuerwerk und Party:
Nach unserer aufregenden Tour machten wir uns bereit für eine lange Partynacht und das größte und schönste Feuerwerk, das wir bisher gesehen haben. Am 15. Juli fand in Venedig nämlich das Erlöserfest (ital. Festa del Redentore) statt, bei dem die Befreiung von der längsten Pestwelle, die Venedig erlebte, gefeiert wird. Die Feier findet immer am 3. Sonntag im Juli statt. Unzählige Menschen sind nach Venedig gepilgert um dieses Spektakel zu erleben. Im Wasser versammelten sich hunderte Boote. Die Atmosphäre war ganz besonderes, denn auch viele Einheimische waren gekommen und brachten Essen und ihre Familien mit. Gemeinsam sangen sie Lieder und genossen die warme Abendluft. Lange waren wir auf der Suche nach dem perfekten Platz um das Feuerwerk zu beobachten und schlussendlich fanden wir ihn auf der Insel Giudecca, wo wir direkt auf das Feuerwerk blicken konnten. Dieses dauerte 45 Minuten und war unfassbar schön.

Danach ließen wir den Abend noch bei einer Backyard Party ausklingen und genossen das typisch italienische Flair.

Sonntag

Nach einer kurzen Nacht machten wir die Dreiinseltour zu den Inseln Murano, Burano und Torcello. Genaueres findet ihr in einem früheren Blogpost. Mein Favorit unter den drei Inseln ist aber noch immer Burano mit seinen bunten Häusern. Die dreiviertel Stunde, die man uns auf dieser Tour zur Verfügung stellte, war jedoch viel zu kurz und deshalb würde ich euch empfehlen einen halben Tag dort zu verbringen. Erst heute habe ich einen großartigen Blogpost auf meinem Lieblingsblog „ohhcouture“ über Burano entdeckt, auf dem ihr mehr Tipps für euren Burano Ausflug finden könnt, die auch ich nächstes Mal beherzigen werde.

 

Nach einem leckeren Abendessen ging es dann auch schon wieder nach Hause. Ich glaube dem Geburtstagskind hat es auch gefallen, was das Hauptziel unseres kurzen Trips war.

Noch ein paar Worte zu unserer Unterkunft:
Da wir an einem sehr populären Wochenende, also dem Festa del Redentore, in Venedig waren, waren die Preise für Hotels sehr überteuert, weshalb wir uns für ein Appartement von Venice Appartements entschieden haben. Fancy ist definitv etwas anderes, aber es war ok, würde ich sagen. Im Vergleich zu den meisten Hotels in Venedig hatten wir aber sehr viel Platz, was ein großer Pluspunkt ist. Auch die Lage war gut, da das Appartement gleich neben dem Campo San Luca lag. Gar nicht gefallen hat mir aber die hohe Kaution, die wir hinterlegen mussten und wenn man nach 19:00 ankam, was bei uns aufgrund des Verkehrs unvermeidlich war, musste man einen Aufpreis zahlen. Um 10 Uhr am Sonntagmorgen mussten wir auch gleich wieder auschecken und es wurde uns leider auch keine Möglichkeit zur Verfügung gestellt unser Gepäck unterzubringen. Zum Glück ist das Zimmer an so einem actionreichen Wochenende aber nicht das Wichtigste, da man sowieso nur kurz zum Schlafen einkehrt.

Wart ihr auch schon einmal in Venedig? Was hat euch am besten gefallen? Hinterlasst mir doch ein Kommentar!

xoxo Vanessa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.